Aufregender Winterabschluss/ Besuch des anthroposophischen Arztes Dr. med. Markus Gerum

Nach vielen windigen und regnerischen Tagen spüren wir langsam den Frühling. Die Tulpen schießen aus dem Boden und unsere Kinder entdecken die ersten Farbkleckse in unserem Garten. An kaum einem Tag waren unsere Gruppen vollständig, auch wir wurden von der Grippe und Erkältungszeit erfasst. Die ersten Sonnenstrahlen schenken uns Energie für die anstehenden Aufgaben im Kinderhaus: Das Finden einer neuen Kollegin/ eines neuen Kollegen für den Kindergarten und die Vorbereitungen auf die Aufnahme von neuen Familien im Kindergartenjahr ab September laufen auf Hochtouren. Stellenausschreibungen sind hier zu finden. Außerdem hielten uns die vergangenen Wochen die Neuerungen zu den Masernschutzimpfungen sowie der Coronavirus auf Trab. Ab dem 16. März sind auch wir betroffen von der Schließung unserer Einrichtung aufgrund der neuen Pandemie.

Ein Höhepunkt im März war der Elternabend mit dem anthroposophischen Arzt Dr. med. Markus Gerum. Den Arzt hatten zwei Erzieherinnen aus unserer Kleinkindgruppe im Waldorf-Seminar zum Thema „Salutogenese“ kennen und schätzen gelernt. Sein Impulsvortrag beeindruckte mich zutiefst. Noch nie zuvor habe ich einen Menschen so tiefgründig über die Organisation einer Erziehungseinrichtung sprechen hören. Ich bin kaum in der Lage seine Impulse nachzuerzählen. Sein zutiefst verinnerlichtes anthroposophisches Wissen durchdrang alles, was er sagte. Dabei war er durchaus gesellschaftskritisch. Die große Herausforderung unserer Zeit ist unser Umgang mit der Freiheit, die wir uns in den letzten Jahrhunderten/ Jahrtausenden erkämpft haben. Früher waren die Menschen weniger frei, dafür stärker verbunden mit klaren Werten. Wie können wir heute in Kohärenz leben, eine Gemeinschaft ko-kreieren, mit deren Werten wir uns identifizieren können, die uns Kraft gibt und Lebenssinn? Die uns vor den vielen Einladungen der Ablenkungen und tatsächlich krank machenden Angewohnheiten unseres Systems immun machen? Die uns als freie Menschen dazu befähigt, unser menschliches Potenzial ausschöpfen zu können? Wir wissen, dass Probleme wie motorische Unruhe, Konzentrationsschwäche, mangelnde Durchhaltekraft, Aggressivität und Sprachstörungen die Kinder unserer Zeit zunehmend belasten. Wir wissen auch, dass wir als Erwachsene mehr Stress, Angst und Unsicherheit fühlen.

Das Kinderhaus und die anschließende Schule sollte im idealen Fall ein Ort der Gesundung sein. Hier ent-wickeln sich unsere Kinder, bis sie er-wachsen und klare, starke Persönlichkeiten sind.

Wir können wir dieses Ideal umsetzen?

An diesem Abend erlebten wir, wie wichtig es für unser Kinderhaus als selbstverwaltende Elterninitiative ist, dass wir unser Leitbild kennen. Eine starke Gemeinschaft trägt in geistiger Verbundenheit und gibt Energie für schöpferisches Arbeiten füreinander. Den anwesenden Eltern wurde nochmals umso mehr klar, dass es bei unserem Kinderhaus um mehr als nur die Betreuung unserer Kinder während unseren Arbeitszeiten ist.

Ich bin gespannt, wie wir es schaffen die tollen Impulse von Herrn Dr. Gerum in unser alltägliches Leben im und mit dem Kinderhaus zu integrieren. Die nächsten internen Treffen dazu sind bereits geplant.

Januar 2020 - Der Januar im Waldorfkinderhaus

Alle Kinder sind erholt und frisch aus den Weihnachtsferien zurückgekehrt. In einem täglichen Ritual mit Weihrauch und Kerzen begrüßten die Kinder in Kindergarten und Kleinkindgruppe das neue Jahr und schlossen das „Alte“ ab.

Im Kindergarten begleiteten die Heiligen Drei Könige die Kinder noch weit in den Januar hinein. Als Mutter eines Vorschulkindes durfte ich einmal Drei-Königs-Reigen dabei sein. Das Stück wurde mehrmals in der Woche vorgespielt und die Kinder wechselten jedes Mal die Rollen, so dass jedes Kind die Perspektiven von Maria, Josef, Hirte, Schaf oder Esel, Engel, Sternträger, Page und nicht zuletzt als einer der drei Könige mitspielen durfte. Die Requisiten und Utensilien wurden von den Erzieherinnen vorbereitet und wechselten entsprechend ihre Träger. Ich war sehr beeindruckt, wie gut auch schon die kleineren der Gruppe in den Fluss des Vorspiels eintauchen konnten und die Geschichte der Heiligen Drei Könige sowie von Maria, Josef und Jesus nacherzählten. Die Stimmung im Raum war sehr andächtig und konzentriert. Die Kinder konnten die Besonderheit der Geschichte nachspüren und aus den unterschiedlichen Perspektiven miterleben. Das war auch für mich ein sehr schöner Moment an diesem Mittwoch Vormittag.

In der Kleinkindgruppe trafen wir uns wieder zu einem Elternabend, der von den Erzieherinnen sehr liebevoll und auch fundiert vorbereitet war. Wir lernten nicht nur mehr über den Begriff „Salutogenese“, der einigen von uns noch gar nichts sagte. Wie auch schon beim letzten Elternabend bestand ein Großteil des Abends aus Kleingruppen-Arbeit, bei der wir unterschiedliche „Aufgaben“ durchführen und reflektieren sollten. Dabei ging es hauptsächlich auch für uns ums „Erleben“ der Kleinkind-Perspektive und was bestimmte unterschiedliche Spielzeuge mit uns machten. So erlebte ich in der „Puppengruppe“ drei völlig verschiedene Puppen sehr differenziert wahrzunehmen: ihre Wirkung auf mich und vor allem, inwieweit sie meine innere Gefühlswelt und Fantasien wirklich „berührten“. Die anderen zwei Gruppen hatten ähnlich erlebnisorientierte Aufgaben mit unterschiedlichen Kinderbüchern und Stoffbändern. Dieser Abend brachte uns alle dazu, das „Alltagsbewusstsein“ etwas zur Seite zu schieben und uns klarer werden zu lassen, worauf wir im Umgang mit unseren Kindern und dessen „Spielzeugen“ achten möchten. Wir konnten erfahren, warum und wie es den Erzieherinnen im Waldorfkinderhaus vor allem um die Anregung der Lebens- und Fantasiekräfte im Spiel geht. Unsere Kinder erfahren so schon auf tiefer Ebene den oft so leisen schöpferisch- kreativen Prozess unseres Lebensprinzips.

Danke unseren Erzieherinnen, die so tolle Arbeit leisten. Wir wünschen uns allen ein schönes Neues Jahr.

Januar 2020 - Der Januar im Waldorfkinderhaus

Alle Kinder sind erholt und frisch aus den Weihnachtsferien zurückgekehrt. In einem täglichen Ritual mit Weihrauch und Kerzen begrüßten die Kinder in Kindergarten und Kleinkindgruppe das neue Jahr und schlossen das „Alte“ ab.

Im Kindergarten begleiteten die Heiligen Drei Könige die Kinder noch weit in den Januar hinein. Als Mutter eines Vorschulkindes durfte ich einmal Drei-Königs-Reigen dabei sein. Das Stück wurde mehrmals in der Woche vorgespielt und die Kinder wechselten jedes Mal die Rollen, so dass jedes Kind die Perspektiven von Maria, Josef, Hirte, Schaf oder Esel, Engel, Sternträger, Page und nicht zuletzt als einer der drei Könige mitspielen durfte. Die Requisiten und Utensilien wurden von den Erzieherinnen vorbereitet und wechselten entsprechend ihre Träger. Ich war sehr beeindruckt, wie gut auch schon die kleineren der Gruppe in den Fluss des Vorspiels eintauchen konnten und die Geschichte der Heiligen Drei Könige sowie von Maria, Josef und Jesus nacherzählten. Die Stimmung im Raum war sehr andächtig und konzentriert. Die Kinder konnten die Besonderheit der Geschichte nachspüren und aus den unterschiedlichen Perspektiven miterleben. Das war auch für mich ein sehr schöner Moment an diesem Mittwoch Vormittag.

In der Kleinkindgruppe trafen wir uns wieder zu einem Elternabend, der von den Erzieherinnen sehr liebevoll und auch fundiert vorbereitet war. Wir lernten nicht nur mehr über den Begriff „Salutogenese“, der einigen von uns noch gar nichts sagte. Wie auch schon beim letzten Elternabend bestand ein Großteil des Abends aus Kleingruppen-Arbeit, bei der wir unterschiedliche „Aufgaben“ durchführen und reflektieren sollten. Dabei ging es hauptsächlich auch für uns ums „Erleben“ der Kleinkind-Perspektive und was bestimmte unterschiedliche Spielzeuge mit uns machten. So erlebte ich in der „Puppengruppe“ drei völlig verschiedene Puppen sehr differenziert wahrzunehmen: ihre Wirkung auf mich und vor allem, inwieweit sie meine innere Gefühlswelt und Fantasien wirklich „berührten“. Die anderen zwei Gruppen hatten ähnlich erlebnisorientierte Aufgaben mit unterschiedlichen Kinderbüchern und Stoffbändern. Dieser Abend brachte uns alle dazu, das „Alltagsbewusstsein“ etwas zur Seite zu schieben und uns klarer werden zu lassen, worauf wir im Umgang mit unseren Kindern und dessen „Spielzeugen“ achten möchten. Wir konnten erfahren, warum und wie es den Erzieherinnen im Waldorfkinderhaus vor allem um die Anregung der Lebens- und Fantasiekräfte im Spiel geht. Unsere Kinder erfahren so schon auf tiefer Ebene den oft so leisen schöpferisch- kreativen Prozess unseres Lebensprinzips.

Danke unseren Erzieherinnen, die so tolle Arbeit leisten. Wir wünschen uns allen ein schönes Neues Jahr.

Foto: Förderverein WKG B e.V.

Foto: Förderverein WKG B e.V.

Dezember 2019 - Die Weihnachtszeit im Waldorfkinderhaus

Das Adventsgärtlein...

... ist sicher einer der Höhepunkte während der Weihnachtszeit im Kinderhaus. Wir treffen uns abends um 17 Uhr im Gruppenraum des Kindergartens. Auf dem Boden im Gruppenraum liegt eine Spirale aus Tannenreisig, in deren Mitte eine große Kerze steht. Begleitet von weihnachtlichen Liedern, die die Eltern singen, geht jedes Kind durch die Spirale und entzündet das eigene Apfellicht, das es dann auf dem Rückweg aus der Spirale auf einem goldenen Fünfstern ablegt. Der Raum wird mit jedem entzündeten Apfellicht immer heller. Die Stimmung ist ganz besinnlich und gleichzeitig feierlich weihnachtlich. Die Eltern und Kinder wurden vor dem Adventsgärtlein mit den Bildern und Symbolen des Abends vertraut gemacht. Hier ein wunderschön passender Auszug aus unserem Elternbrief.

"Der Apfel, in der Sommersonne gereift, ist ein uraltes Symbol für die Frucht vom Baum der Erkenntnis, für unsere Erdennatur. Dieser Apfel wird zum Träger des offenen Kerzenlichtes, welches für die geistigen Qualitäten in uns steht, die sich am Christuslicht entzünden. Das Kerzenlicht symbolisiert die innere Sonne und verbreitet ihre Wärme und ihr Licht, indem es seine eigene Substanz aufopfert. Abgestellt wird das Apfellicht auf die immergrünen Zweigen der Tanne, die ein Symbol sind für wirkende Lebens- und Wachstumskräfte. Wir zeigen den Kindern mit diesem Apfellicht ein Bild des Menschen auf, das sie auf ihren Entwicklungsweg zu sich selbst mitnehmen dürfen, da die Spirale ein altes christliches Symbol für den Weg des Menschen zu sich selbst ist. Diesen adventlichen Weg erlebt das Kindergartenkind beim Adventsgärtlein im eigenen Tun, was tief ins Leibliche hinein wirkt. Durch seine Sinneswahrnehmungen und die innere Nachahmungskraft vollzieht jedes Kind auch den Spiralenweg der anderen mit. Das Adventsgärtlein verdeutlicht uns die Verbundenheit des Menschen-Ich mit dem Christus-Ich. Dieser Weg zum Geistigen wird von jedem Menschen individuell gegangen, so wie jedes Kind in seiner ganzen Art und Weise desn Weg in die Spriale hinein und wieder hinausgeht.“

Vielen Dank an das Kindergartenkollegium für diesen besonderen Abend und das tief gehende Erlebnis.

Baierbrunner Adventsmarkt

Weitere weihnachtliche Aktivitäten lassen uns in dieser Stimmung durch den Advent gehen, wie zum Beispiel unser Verkaufsstand am Adventsmarkt in Baierbrunn. Durch die Mitarbeit aller Eltern verkauften wir staunenden BesucherInnen wunderschöne handgefertigte Bastelsachen. Und natürlich backten unsere Waffeleisen wieder auf Hochtouren unsere mittlerweile schon sagenumwobenen Vollkorn-Apfel-Waffeln.

Wir freuen uns nun auf den weihnachtlichen Abschluss am kommenden Freitag und verabschieden uns in die Weihnachtsferien.

Und nicht vergessen: Am 5.2. um 20 Uhr gibt es einen Infoabend für interessierte Eltern im Waldorfkinderhaus.

Adventsgärtlein, Foto: Förderverein WKG B e.V.

Adventsgärtlein, Foto: Förderverein WKG B e.V.

November 2019 - Funkelnde Lichter in der Dunkelheit

Auch das ist Kunst und Gottesgabe,Aus ein paar sommerlichen Tagen,Sich soviel Licht ins Herz zu tragen,Dass wenn der Sommer längst verweht,Das Leuchten immernoch besteht.“J.W.v.Goethe

Draußen in der Natur wird es still und die Tage werden immer dunkler. Das Symbol des inneren Lichtes begegnete uns im November im Waldorfkinderhaus in unseren Laternen.

Kindergartengruppe und Kleinkindgruppe feierten bei uns das Laternenfest unterschiedlich. Über das Laternenfest der „großen“ Kindergartenkinder verfasste die Mutter Christine von Praun einen wunderschönen Artikel aus der Elternperspektive, der auch im Pullacher Isaranzeiger veröffentlicht wurde.

Martinsfest im Waldorfkinderhaus

Mit wunderschönen, orange-rot leuchtenden Laternen feierten auch heuer wieder die Kinder des Waldorfkinderhauses Baierbrunn ihr Laternenfest. Vom Waldorfkinderhaus in der Forststr.1 in Buchenhain zogen Kinder, Erzieherinnen, Eltern und Geschwister singend und von einer Trompete begleitet in den nahen Wald. Dort wartete schon wie jedes Jahr Geschichtenerzähler Jörg Baesecke auf alle, um mit Hilfe einer Laterne, die vier wunderschöne Scherenschnittbilder auf jeder Seite hatte, die Martinslegende in Reimform zu erzählen. Gespannt lauschten alle wie Martin im Bettler Jesus begegnete. Zurück im Garten des Kinderhauses ergänzte Herr Baesecke mit vier weiteren Laternen-Bildern die Suche nach Martin im Gänsestall. Dann wurden die Laternen in den Sandberg gesteckt, damit die Kinderhände frei waren, um selbstgebackene Mondenhörnchen und Punschbecher zu halten. Nachdem das Gebäck verteilt und verspeist war, sangen alle zum Abschluss das stimmungsvolle Abendlied „Der Mond ist aufgegangen“. Ein großer Dank gilt Herrn Baesecke und den Erzieherinnen, die dieses Fest – wie alles im Waldorfkinderhaus – so liebenswert gestaltet haben und den Kindern so viel Freude machen.“ (Danke an Christine von Praun für den Text!)

Oben: Lichterfest Kindergarten.

Rechts: Lichterfest Kleinkindgruppe.

Fotos: Tanja Misiak

Lichterfest Kleinkindgruppe

Die Kinder aus der Kleinkindgruppe durften am Tag darauf auch mit ihren Laternen durch die Dunkelheit laufen. Im Garten des Kinderhauses begegneten sie als staunende Lichtträger in der Dunkelheit kleinen Zwergerln und funkelnden Lichtlein aus Kerzen und Edelsteinen in kleinen Baumhöhlen. Wir Eltern begleiteten das Lichterwunder mit Laternenliedern. Zum Ende gab es auch hier die beliebten Mondenhörnchen und Kinderpunsch.

Bastelabende

Die Eltern im Kinderhaus bereiteten sich im November vor allem auf den Baierbrunner Adventsmarkt vor. An zwei Abenden trafen wir uns zum gemeinsamen Basteln. Wir machten es uns dabei richtig gemütlich. So gab es Punsch, Lebkuchen und viele nette Gespräche begleiteten das Handwerk. Zum ersten Mal filzte ich ein kleines Schäfchen, welches sich mit seinen 13 „Geschwister-Schäfchen“ neben den bereits gefilzten Hirten aus dem Bastelkreis supergut machte. Andere Eltern bastelten Engel, Kerzenlichter und weitere schöne Dinge, die wir am Baierbrunner Adventsmarkt verkaufen konnten.

Vorstand

Auch organisatorisch gibt es einige Neuigkeiten. Der Vorstand des Trägers Waldorfkindergarten Baierbrunn e.V. wurde auf der jährlichen Mitgliederversammlung zum Teil neu gewählt. Wir danken den ausscheidenden Vorstandsmitgliedern Jess Walter, Ingrid Müller-Schneemayer und Marie-Luise Holzmüller-Radulescu für ihre mehrjährige Arbeit. Neue Vorstandsvorsitzende ist Samantha Klier, ebenfalls neu im Vorstand begrüßen wir Ferdinand Hartmann und Lucia Hanfstaengl. Sabine Zietzschmann und Andreas Kilian führen ihre Ämter fort.

Außerdem suchen wir ab sofort eine Kinderpflegerin oder Erzieherin. Mehr Infos finden Sie hier.

Vorankündigung: am 5. Februar 2020 sind alle interessierten Eltern herzlich zu unserem Infoabend eingeladen.

Unten: Bastelabend am 8. November, Fotos: Tanja Misiak

Oktober 2019 - Herbst und Erntedankfest

Der zweite Monat des neuen Kindergartenjahres 2019/2020 ist vorüber. Unsere Kinder erleben bei ihren täglichen Spielzeiten draußen den Wechsel zu herbstlichen Temperaturen.

Haus- und Gartentag

Auch wir Eltern waren in diesem Monat draußen aktiv. Wir organisierten den zweimal jährlich statt findenden Haus- und Gartentag und ließen bei der Arbeit unser Wohl nicht zu kurz kommen. Mit Zwiebelkuchen oder Hefeschnecken konnten wir uns stärken und stutzten Sträucher, schnitten Hecken, setzten Blumenzwiebeln und erledigten weitere anstehende Aufgaben im Garten und auch im Haus. Bemerkenswert war hier die fröhliche und entspannte Atmosphäre. Für Austausch und Kennenlernen nahmen wir uns alle Zeit. Das machte den Samstag Vormittag zu einem schönen und gleichzeitig sichtbar produktivem Erlebnis für Groß und Klein.

Neuer Alltag für unsere Kinder

In den Gruppen sind mittlerweile alle Kinder mindestens für ein paar Stunden ohne Eltern im Kinderhaus. Die Eingewöhnungszeit ist soweit abgeschlossen. Sowohl für uns Eltern als auch für die Kinder werden die immer gleichen Abläufe und Rhythmen am Tag in ein vertrautes Erleben übersetzt. Meine Tochter geht morgens gerne in den Gruppenraum. Meist biegt sie gleich in die Frühstücksecke ab, wo sie sich beim ruhigen Essen die Zeit zum Ankommen in der Gruppe nimmt. Der erste gemeinsame Programmpunkt wird dann der Morgenkreis mit den Reigenliedern sein, die sie auch zu Hause imitiert...

Erntedankfest

Im Kindergarten haben die Kinder diesen Monat das Erntedankfest gefeiert. Die Kindergartenkinder haben zu Hause mit uns Eltern einen Korb mit Gemüse, Nüssen, Kastanien und Ähnlichem vorbereitet. Die teilweise sogar schön verzierten Körbe standen dann noch einige Tage vor dem Fest am Jahreszeitentisch im Gruppenraum, was wunderschön anzuschauen war. Auch wir Eltern wurden eingeladen Dankbarkeit für die „Ernte“ diesen Jahres zu spüren - auch im übertragenen Sinne.

Elternabend

Der Elternabend in der Kleinkindgruppe war für mich als Mama ebenfalls ein schönes Erlebnis. Ich konnte vor allem schöne Impulse für das Familienleben zu Hause mitnehmen. Das schätzte ich sehr. Thema des Abends war: „Entwicklungsräume schaffen“. Die Erzieherinnen stellten uns die vier Sinne vor, die in den ersten sieben Lebensjahren vorwiegend ausgebildet werden: der Tast-, Gleichgewichts-, Lebens- und Bewegungssinn. Ehrlich gesagt habe ich von diesen Sinnen explizit bezogen auf die Entwicklung des Kindes das erste Mal gehört. Wir reflektierten in Kleingruppen, wie wir die Entwicklungsräume tatsächlich räumlich, aus der Sicht der Erwachsenen und in Beziehung umsetzen können. Am Ende tauschten wir uns aus, welche Gedanken wir uns in den Kleingruppen gemacht haben. Wir waren zwei Stunden zusammen, davon ging es nur 15 Minuten um Organisatorisches: Wir wählten den Elternbeirat unter uns und trafen noch kleinere Absprachen. Die Wahl zum Elternbeirat war in 5 Minuten abgeschlossen, da es gleich genug freiwillige Eltern gab. Ich finde das bezeichnend. Die Qualität der Begleitung unserer Kinder steht an erster Stelle. Alle Eltern sind engagiert dabei. Wir schätzen die hochwertige Arbeit der Erzieherinnen und unterstützen, wo und wie wir können.

Einladung zu spenden

Alle Leserinnen und Leser sind herzlich dazu eingeladen über Spenden an den Verein nachzudenken. Damit unterstützen sie die tolle Arbeit aller Eltern und Erzieherinnen im Kinderhaus und nicht zuletzt die Weitergabe der Waldorf-Pädagogik an unsere zukünftigen Generationen. Das Geld wird hier mit Sicherheit sehr bedacht und für einen guten Zweck eingesetzt. Auch Firmenspenden nehmen wir gerne entgegen.

Ausblick

Im November finden die Laternenfeste für die Kleinkindgruppe und den Kindergarten statt. Die Lieder werden schon fleißig geübt. Eine Mutter hat sogar morgens ihre Gitarre mitgebracht und die Eltern haben die Laternenlieder eingeübt, damit wir in der Dämmerung nicht allzu oft auf den Text schauen müssen. Wir sind alle gespannt, ob die Zwergerl dieses Jahr auch wieder dabei sein werden. Darüber berichte ich dann im nächsten Blogbeitrag.

September 2019 - Im Zeichen des St. Michaeli

Im Waldorfkinderhaus freuen wir uns alle über den Auftakt des neuen Kindergartenjahres. Wieder durchlaufen unsere Kinder ein ganzes Jahr. Im Rhythmus der Natur erleben sie die Jahreszeiten: in unserem Garten säen, pflegen und ernten wir Kräuter und Gemüse. Unsere Räume gestalten wir jeweils für unsere Jahresfeste.

Zum Start des Kindergartenjahres begrüßen sechs Kinder vom Kindergarten ihre kleineren Geschwister in der Kleinkindgruppe. Das zeigt, wie gerne die Familien hier sind und dass sie sich auch für ihren weiteren Nachwuchs die Kinderhausumgebung wünschen. Gleichzeitig dürfen wir zwei neue Familien in unsere Gemeinschaft aufnehmen.

Die Eingewöhnungen im Kindergarten und in der Kleinkindgruppe laufen und Kinder und Eltern orientieren sich neu. Eltern sitzen teilweise noch im Raum dabei und begleiten ihr Kind bei den ersten Erfahrungen in seiner neuen Gruppe. Auch die älteren Kinder müssen ihre Rolle in der Gruppe neu finden.

Sehr bewegt haben mich die Elternbriefe, die ich aus der Kleinkindgruppe und der Kindergartengruppe übergeben bekommen habe. Sie sind liebevoll von den Erzieherinnen geschrieben und bringen auch uns Eltern auf eine wunderschöne Art in das neue Kindergartenjahr. St. Michael begleitet uns im September. Wir Eltern werden eingeladen, innezuhalten und bewusst mitzuerleben, wie nun die Nächte wieder länger werden als die Tage, wie die Erde ihren großen Einatmungsvorgang vollzieht und sich die Natur auf die dunkle Jahreszeit vorbereitet.

Auch für die Eltern - Einladung zum Innehalten

Wir bewegen uns mit der Sonne auf die dunkle Jahreszeit zu. Im Elternbrief steht geschrieben: "Wir kommen in die Jahreszeit des Abschieds und des Loslassens, in der wir noch einmal Danke sagen können für die innere und äußere Ernte der vergangenen Monate… Wir sind aufgefordert, unser inneres Licht anzuzünden, uns von Innen heraus zu nähren und zu stärken, weil das äußere Licht immer mehr abnimmt. Was bewegt uns, was in uns fordert uns heraus, was wollen wir überwinden?“ Die Michaelskräfte unterstützen uns bei unserem "Weg der inneren Einkehr mit Mut, Entschluss- und Tatkraft. Sie ermutigen, das Gute in uns zu kultivieren.“ Wir ergreifen Verantwortung für unsere inneren und äußeren Ziele: Das ist doch das, was auch für uns Eltern so relevant ist - gerade in der heutigen Zeit voller Ablenkungen und Geschäftigkeit in der Außenwelt.

Ich finde es sehr beeindruckend, wie es die Erzieherinnen schaffen, solche großen und relevanten Themen auch für unsere Kinder zu transportieren. In der Kleinkindgruppe wird der Bogen zu den laufenden Eingewöhnungen geschlagen. Auch hier findet ein Abschied und ein Neubeginn statt. „Sie geben Ihre Kinder vertrauensvoll in unsere Hände. Gemeinsam gehen wir diesen Weg, der von den Eltern und Kindern gleichermaßen viel Mut, Entschlossenheit, Vertrauen und Tatkraft fordert.“ Wir sind eingeladen, die natürlichen Kräfte während der Michaelizeit heilsam und unterstützend in uns wirken zu lassen. Die Kinder werden diese Klarheit und diesen Mut bemerken und können so die aufregenden ersten Tage in ihrer neuen Gruppe erleben.

Sankt Michaeli

In der Kindergartengruppe spielen die Kinder den Michaelireigen: In Form eines Sing- und Bewegungsspieles überreicht der Erzengel Michael dem Ritter das Schwert, er erschlägt mit kosmischer Unterstützung durch die Sonne den Drachen und befreit die Prinzessin. Die älteren Kinder spielen begeistert die verschiedenen Rollen und sind dabei eingeladen den Mut, die Entschlusskraft und die innere Stärke zu spüren und zu erleben.

Wir brauchen alle - groß und klein - "Mut uns selbst zu überwinden und Entscheidungen auch mal gegen den Strom zu treffen". Ich freue mich für meine Kinder und für uns als Familie über diese besondere Zeit im Waldorfkinderhaus und lasse mich gerne ein auf die vielen Dinge, die auch ich nun lernen werde. Wir durchlaufen gemeinsam den Jahreskreis und ich bin schon ganz gespannt auf die kommenden Monate.

*(Zitate kommen aus den Elternbriefen)

Herzlich Willkommen zum Blog unseres Waldorfkinderhauses in Baierbrunn!

Wie sieht der Alltag im Kinderhaus eigentlich aus? Was bedeutet Waldorf eigentlich? Welche Werte sind hier wichtig und warum gerade in der heutigen Zeit? Welche Rolle haben die Eltern hier? Was zeichnet das Waldorfkinderhaus aus? Wer sind die Erzieherinnen? Wäre das Waldorfkinderhaus auch etwas für uns? Was nehmen Kinder aus ihrer frühen Waldorf-Zeit mit?

Mein Name ist Tanja. Als Mutter bin ich relativ neu im Kinderhaus. Mit meinem 5-jährigen Sohn haben wir im März diesen Jahres von einem anderen Kindergarten gewechselt. Meine 2-jährige Tochter ist nun in der Kleinkindgruppe. Von Anfang an fand ich besonders bezeichnend und beeindruckend, wie hier die Jahreszeiten und Jahresfeste gestaltet und gefeiert werden. Davon erfahren Menschen außerhalb des Kinderhauses, speziell interessierte Eltern, normalerweise wenig bis nichts. Daraus entstand die Idee für diesen Blog. Hier begleite ich das Kindergartenjahr mit Berichten über die Jahresfeste und alles, was uns im Waldorfkinderhaus bewegt und berührt. Wir freuen uns über Rückmeldungen. Auch Fragen greifen wir gerne auf.