07. Okt. 2019

September 2019 - Im Zeichen des St. Michaeli

Im Waldorfkinderhaus freuen wir uns alle über den Auftakt des neuen Kindergartenjahres. Wieder durchlaufen unsere Kinder ein ganzes Jahr. Im Rhythmus der Natur erleben sie die Jahreszeiten: in unserem Garten säen, pflegen und ernten wir Kräuter und Gemüse. Unsere Räume gestalten wir jeweils für unsere Jahresfeste.

Zum Start des Kindergartenjahres begrüßen sechs Kinder vom Kindergarten ihre kleineren Geschwister in der Kleinkindgruppe. Das zeigt, wie gerne die Familien hier sind und dass sie sich auch für ihren weiteren Nachwuchs die Kinderhausumgebung wünschen. Gleichzeitig dürfen wir zwei neue Familien in unsere Gemeinschaft aufnehmen.

Die Eingewöhnungen im Kindergarten und in der Kleinkindgruppe laufen und Kinder und Eltern orientieren sich neu. Eltern sitzen teilweise noch im Raum dabei und begleiten ihr Kind bei den ersten Erfahrungen in seiner neuen Gruppe. Auch die älteren Kinder müssen ihre Rolle in der Gruppe neu finden.

Sehr bewegt haben mich die Elternbriefe, die ich aus der Kleinkindgruppe und der Kindergartengruppe übergeben bekommen habe. Sie sind liebevoll von den Erzieherinnen geschrieben und bringen auch uns Eltern auf eine wunderschöne Art in das neue Kindergartenjahr. St. Michael begleitet uns im September. Wir Eltern werden eingeladen, innezuhalten und bewusst mitzuerleben, wie nun die Nächte wieder länger werden als die Tage, wie die Erde ihren großen Einatmungsvorgang vollzieht und sich die Natur auf die dunkle Jahreszeit vorbereitet.

Wir bewegen uns mit der Sonne auf die dunkle Jahreszeit zu. Im Elternbrief steht geschrieben: "Wir kommen in die Jahreszeit des Abschieds und des Loslassens, in der wir noch einmal Danke sagen können für die innere und äußere Ernte der vergangenen Monate… Wir sind aufgefordert, unser inneres Licht anzuzünden, uns von Innen heraus zu nähren und zu stärken, weil das äußere Licht immer mehr abnimmt. Was bewegt uns, was in uns fordert uns heraus, was wollen wir überwinden?“ Die Michaelskräfte unterstützen uns bei unserem "Weg der inneren Einkehr mit Mut, Entschluss- und Tatkraft. Sie ermutigen, das Gute in uns zu kultivieren.“ Wir ergreifen Verantwortung für unsere inneren und äußeren Ziele: Das ist doch das, was auch für uns Eltern so relevant ist - gerade in der heutigen Zeit voller Ablenkungen und Geschäftigkeit in der Außenwelt.

Ich finde es sehr beeindruckend, wie es die Erzieherinnen schaffen, solche großen und relevanten Themen auch für unsere Kinder zu transportieren. In der Kleinkindgruppe wird der Bogen zu den laufenden Eingewöhnungen geschlagen. Auch hier findet ein Abschied und ein Neubeginn statt. „Sie geben Ihre Kinder vertrauensvoll in unsere Hände. Gemeinsam gehen wir diesen Weg, der von den Eltern und Kindern gleichermaßen viel Mut, Entschlossenheit, Vertrauen und Tatkraft fordert.“ Wir sind eingeladen, die natürlichen Kräfte während der Michaelizeit heilsam und unterstützend in uns wirken zu lassen. Die Kinder werden diese Klarheit und diesen Mut bemerken und können so die aufregenden ersten Tage in ihrer neuen Gruppe erleben.

In der Kindergartengruppe spielen die Kinder den Michaelireigen: In Form eines Sing- und Bewegungsspieles überreicht der Erzengel Michael dem Ritter das Schwert, er erschlägt mit kosmischer Unterstützung durch die Sonne den Drachen und befreit die Prinzessin. Die älteren Kinder spielen begeistert die verschiedenen Rollen und sind dabei eingeladen den Mut, die Entschlusskraft und die innere Stärke zu spüren und zu erleben.

Wir brauchen alle - groß und klein - "Mut uns selbst zu überwinden und Entscheidungen auch mal gegen den Strom zu treffen". Ich freue mich für meine Kinder und für uns als Familie über diese besondere Zeit im Waldorfkinderhaus und lasse mich gerne ein auf die vielen Dinge, die auch ich nun lernen werde. Wir durchlaufen gemeinsam den Jahreskreis und ich bin schon ganz gespannt auf die kommenden Monate.

*(Zitate kommen aus den Elternbriefen)


09. Sept. 2019

Herzlich Willkommen zum Blog unseres Waldorfkinderhauses in Baierbrunn!

Wie sieht der Alltag im Kinderhaus eigentlich aus? Was bedeutet Waldorf eigentlich? Welche Werte sind hier wichtig und warum gerade in der heutigen Zeit? Welche Rolle haben die Eltern hier? Was zeichnet das Waldorfkinderhaus aus? Wer sind die Erzieherinnen? Wäre das Waldorfkinderhaus auch etwas für uns? Was nehmen Kinder aus ihrer frühen Waldorf-Zeit mit?

Mein Name ist Tanja. Als Mutter bin ich relativ neu im Kinderhaus. Mit meinem 5-jährigen Sohn haben wir im März diesen Jahres von einem anderen Kindergarten gewechselt. Meine 2-jährige Tochter ist nun in der Kleinkindgruppe. Von Anfang an fand ich besonders bezeichnend und beeindruckend, wie hier die Jahreszeiten und Jahresfeste gestaltet und gefeiert werden. Davon erfahren Menschen außerhalb des Kinderhauses, speziell interessierte Eltern, normalerweise wenig bis nichts. Daraus entstand die Idee für diesen Blog. Hier begleite ich das Kindergartenjahr mit Berichten über die Jahresfeste und alles, was uns im Waldorfkinderhaus bewegt und berührt. Wir freuen uns über Rückmeldungen. Auch Fragen greifen wir gerne auf.