06. Nov. 2019

Oktober 2019 - Herbst und Erntedankfest

Der zweite Monat des neuen Kindergartenjahres 2019/2020 ist vorüber. Unsere Kinder erleben bei ihren täglichen Spielzeiten draußen den Wechsel zu herbstlichen Temperaturen.

Haus- und Gartentag

Auch wir Eltern waren in diesem Monat draußen aktiv. Wir organisierten den zweimal jährlich statt findenden Haus- und Gartentag und ließen bei der Arbeit unser Wohl nicht zu kurz kommen. Mit Zwiebelkuchen oder Hefeschnecken konnten wir uns stärken und stutzten Sträucher, schnitten Hecken, setzten Blumenzwiebeln und erledigten weitere anstehende Aufgaben im Garten und auch im Haus. Bemerkenswert war hier die fröhliche und entspannte Atmosphäre. Für Austausch und Kennenlernen nahmen wir uns alle Zeit. Das machte den Samstag Vormittag zu einem schönen und gleichzeitig sichtbar produktivem Erlebnis für Groß und Klein.

Neuer Alltag für unsere Kinder

In den Gruppen sind mittlerweile alle Kinder mindestens für ein paar Stunden ohne Eltern im Kinderhaus. Die Eingewöhnungszeit ist soweit abgeschlossen. Sowohl für uns Eltern als auch für die Kinder werden die immer gleichen Abläufe und Rhythmen am Tag in ein vertrautes Erleben übersetzt. Meine Tochter geht morgens gerne in den Gruppenraum. Meist biegt sie gleich in die Frühstücksecke ab, wo sie sich beim ruhigen Essen die Zeit zum Ankommen in der Gruppe nimmt. Der erste gemeinsame Programmpunkt wird dann der Morgenkreis mit den Reigenliedern sein, die sie auch zu Hause imitiert...

Erntedankfest

Im Kindergarten haben die Kinder diesen Monat das Erntedankfest gefeiert. Die Kindergartenkinder haben zu Hause mit uns Eltern einen Korb mit Gemüse, Nüssen, Kastanien und Ähnlichem vorbereitet. Die teilweise sogar schön verzierten Körbe standen dann noch einige Tage vor dem Fest am Jahreszeitentisch im Gruppenraum, was wunderschön anzuschauen war. Auch wir Eltern wurden eingeladen Dankbarkeit für die „Ernte“ diesen Jahres zu spüren - auch im übertragenen Sinne.

Elternabend

Der Elternabend in der Kleinkindgruppe war für mich als Mama ebenfalls ein schönes Erlebnis. Ich konnte vor allem schöne Impulse für das Familienleben zu Hause mitnehmen. Das schätzte ich sehr. Thema des Abends war: „Entwicklungsräume schaffen“. Die Erzieherinnen stellten uns die vier Sinne vor, die in den ersten sieben Lebensjahren vorwiegend ausgebildet werden: der Tast-, Gleichgewichts-, Lebens- und Bewegungssinn. Ehrlich gesagt habe ich von diesen Sinnen explizit bezogen auf die Entwicklung des Kindes das erste Mal gehört. Wir reflektierten in Kleingruppen, wie wir die Entwicklungsräume tatsächlich räumlich, aus der Sicht der Erwachsenen und in Beziehung umsetzen können. Am Ende tauschten wir uns aus, welche Gedanken wir uns in den Kleingruppen gemacht haben. Wir waren zwei Stunden zusammen, davon ging es nur 15 Minuten um Organisatorisches: Wir wählten den Elternbeirat unter uns und trafen noch kleinere Absprachen. Die Wahl zum Elternbeirat war in 5 Minuten abgeschlossen, da es gleich genug freiwillige Eltern gab. Ich finde das bezeichnend. Die Qualität der Begleitung unserer Kinder steht an erster Stelle. Alle Eltern sind engagiert dabei. Wir schätzen die hochwertige Arbeit der Erzieherinnen und unterstützen, wo und wie wir können.

Vorstandssitzung

Bei der Vorstandssitzung war ich als Beisitzerin dabei. Die Sitzung war im Gegensatz zum Elternabend komplett organisatorisch angelegt. Der Vorstandsvorsitzende Jess Walter moderierte sehr klar und zielgerichtet durch die zweistündige Sitzung. Die Runde war relativ groß, da im November (20.11.) die Mitgliederversammlung des Fördervereins des Kinderhauses statt findet und ein neuer Vorstand gewählt wird. Die neuen Anwärter der Vorstandsposten waren alle bereits dabei. Hauptsächlich ging es um Finanzen. Als gemeinnütziger Verein machen wir keine Gewinne, müssen jedoch auf eine „schwarze Null“ bedacht sein. Die Arbeit der Eltern für das Kinderhaus ist ehrenamtlich. Kosten rund um das Kinderhaus sowie die Gehälter der Erzieherinnen werden von den Beiträgen der Eltern sowie Förderungen des Landes Bayern gezahlt. Jedes Jahr erfordert es viel Planung und Achtsamkeit, um finanziell bei der schwarzen Null zu landen.

Einladung zu spenden

Alle Leserinnen und Leser sind herzlich dazu eingeladen über Spenden an den Verein nachzudenken. Damit unterstützen sie die tolle Arbeit aller Eltern und Erzieherinnen im Kinderhaus und nicht zuletzt die Weitergabe der Waldorf-Pädagogik an unsere zukünftigen Generationen. Das Geld wird hier mit Sicherheit sehr bedacht und für einen guten Zweck eingesetzt. Auch Firmenspenden nehmen wir gerne entgegen.

Ausblick

Im November finden die Laternenfeste für die Kleinkindgruppe und den Kindergarten statt. Die Lieder werden schon fleißig geübt. Eine Mutter hat sogar morgens ihre Gitarre mitgebracht und die Eltern haben die Laternenlieder eingeübt, damit wir in der Dämmerung nicht allzu oft auf den Text schauen müssen. Wir sind alle gespannt, ob die Zwergerl dieses Jahr auch wieder dabei sein werden. Darüber berichte ich dann im nächsten Blogbeitrag.


07. Okt. 2019

September 2019 - Im Zeichen des St. Michaeli

Im Waldorfkinderhaus freuen wir uns alle über den Auftakt des neuen Kindergartenjahres. Wieder durchlaufen unsere Kinder ein ganzes Jahr. Im Rhythmus der Natur erleben sie die Jahreszeiten: in unserem Garten säen, pflegen und ernten wir Kräuter und Gemüse. Unsere Räume gestalten wir jeweils für unsere Jahresfeste.

Zum Start des Kindergartenjahres begrüßen sechs Kinder vom Kindergarten ihre kleineren Geschwister in der Kleinkindgruppe. Das zeigt, wie gerne die Familien hier sind und dass sie sich auch für ihren weiteren Nachwuchs die Kinderhausumgebung wünschen. Gleichzeitig dürfen wir zwei neue Familien in unsere Gemeinschaft aufnehmen.

Die Eingewöhnungen im Kindergarten und in der Kleinkindgruppe laufen und Kinder und Eltern orientieren sich neu. Eltern sitzen teilweise noch im Raum dabei und begleiten ihr Kind bei den ersten Erfahrungen in seiner neuen Gruppe. Auch die älteren Kinder müssen ihre Rolle in der Gruppe neu finden.

Sehr bewegt haben mich die Elternbriefe, die ich aus der Kleinkindgruppe und der Kindergartengruppe übergeben bekommen habe. Sie sind liebevoll von den Erzieherinnen geschrieben und bringen auch uns Eltern auf eine wunderschöne Art in das neue Kindergartenjahr. St. Michael begleitet uns im September. Wir Eltern werden eingeladen, innezuhalten und bewusst mitzuerleben, wie nun die Nächte wieder länger werden als die Tage, wie die Erde ihren großen Einatmungsvorgang vollzieht und sich die Natur auf die dunkle Jahreszeit vorbereitet.

Auch für die Eltern - Einladung zum Innehalten

Wir bewegen uns mit der Sonne auf die dunkle Jahreszeit zu. Im Elternbrief steht geschrieben: "Wir kommen in die Jahreszeit des Abschieds und des Loslassens, in der wir noch einmal Danke sagen können für die innere und äußere Ernte der vergangenen Monate… Wir sind aufgefordert, unser inneres Licht anzuzünden, uns von Innen heraus zu nähren und zu stärken, weil das äußere Licht immer mehr abnimmt. Was bewegt uns, was in uns fordert uns heraus, was wollen wir überwinden?“ Die Michaelskräfte unterstützen uns bei unserem "Weg der inneren Einkehr mit Mut, Entschluss- und Tatkraft. Sie ermutigen, das Gute in uns zu kultivieren.“ Wir ergreifen Verantwortung für unsere inneren und äußeren Ziele: Das ist doch das, was auch für uns Eltern so relevant ist - gerade in der heutigen Zeit voller Ablenkungen und Geschäftigkeit in der Außenwelt.

Ich finde es sehr beeindruckend, wie es die Erzieherinnen schaffen, solche großen und relevanten Themen auch für unsere Kinder zu transportieren. In der Kleinkindgruppe wird der Bogen zu den laufenden Eingewöhnungen geschlagen. Auch hier findet ein Abschied und ein Neubeginn statt. „Sie geben Ihre Kinder vertrauensvoll in unsere Hände. Gemeinsam gehen wir diesen Weg, der von den Eltern und Kindern gleichermaßen viel Mut, Entschlossenheit, Vertrauen und Tatkraft fordert.“ Wir sind eingeladen, die natürlichen Kräfte während der Michaelizeit heilsam und unterstützend in uns wirken zu lassen. Die Kinder werden diese Klarheit und diesen Mut bemerken und können so die aufregenden ersten Tage in ihrer neuen Gruppe erleben.

Sankt Michaeli

In der Kindergartengruppe spielen die Kinder den Michaelireigen: In Form eines Sing- und Bewegungsspieles überreicht der Erzengel Michael dem Ritter das Schwert, er erschlägt mit kosmischer Unterstützung durch die Sonne den Drachen und befreit die Prinzessin. Die älteren Kinder spielen begeistert die verschiedenen Rollen und sind dabei eingeladen den Mut, die Entschlusskraft und die innere Stärke zu spüren und zu erleben.

Wir brauchen alle - groß und klein - "Mut uns selbst zu überwinden und Entscheidungen auch mal gegen den Strom zu treffen". Ich freue mich für meine Kinder und für uns als Familie über diese besondere Zeit im Waldorfkinderhaus und lasse mich gerne ein auf die vielen Dinge, die auch ich nun lernen werde. Wir durchlaufen gemeinsam den Jahreskreis und ich bin schon ganz gespannt auf die kommenden Monate.

*(Zitate kommen aus den Elternbriefen)


09. Sept. 2019

Herzlich Willkommen zum Blog unseres Waldorfkinderhauses in Baierbrunn!

Wie sieht der Alltag im Kinderhaus eigentlich aus? Was bedeutet Waldorf eigentlich? Welche Werte sind hier wichtig und warum gerade in der heutigen Zeit? Welche Rolle haben die Eltern hier? Was zeichnet das Waldorfkinderhaus aus? Wer sind die Erzieherinnen? Wäre das Waldorfkinderhaus auch etwas für uns? Was nehmen Kinder aus ihrer frühen Waldorf-Zeit mit?

Mein Name ist Tanja. Als Mutter bin ich relativ neu im Kinderhaus. Mit meinem 5-jährigen Sohn haben wir im März diesen Jahres von einem anderen Kindergarten gewechselt. Meine 2-jährige Tochter ist nun in der Kleinkindgruppe. Von Anfang an fand ich besonders bezeichnend und beeindruckend, wie hier die Jahreszeiten und Jahresfeste gestaltet und gefeiert werden. Davon erfahren Menschen außerhalb des Kinderhauses, speziell interessierte Eltern, normalerweise wenig bis nichts. Daraus entstand die Idee für diesen Blog. Hier begleite ich das Kindergartenjahr mit Berichten über die Jahresfeste und alles, was uns im Waldorfkinderhaus bewegt und berührt. Wir freuen uns über Rückmeldungen. Auch Fragen greifen wir gerne auf.